Konfliktquelle Staudamm

Die Menschen haben sich in vielen Bereichen von der Natur inspirieren lassen. Bevor sie Boote bauten, beobachteten sie Tiere, die schwimmen konnten, und folgerten daraus, welche Körperform hilfreich war, um sich im Wasser vorwärts zu bewegen. Auch der Traum vom Fliegen konnte nur wahr werden, nachdem Tiere, die fliegen konnten, beobachtet und eingehend studiert wurden.

Der Biber hat in dieser Aufzählung scheinbar nichts verloren, doch indem die Menschen seinen Dammbau kopiert haben, hat sich ihnen eine Möglichkeit der Stromerzeugung eröffnet.

Zankapfel Wasser

Staudämme und Stauseen sind nicht nur ausgezeichnete Wasserspeicher, mit denen für Dürren vorgesorgt werden kann, sondern können auch zur Stromerzeugung genutzt werden. Gleichzeitig bergen sie enormes Konfliktpotential, denn wenn ein Land einen Staudamm in einem grenzüberschreitenden Fluss baut, entzieht es damit Ländern, die flussaufwärts liegen, einen Teil seiner Wasservorräte.

Besonders in Ländern mit Wassermangel kann dies leicht Nachbarschaftskonflikte entflammen. Dies lässt sich beispielsweise am Beispiel des Nils betrachten, der wichtigsten Wasserquelle Ägyptens. Da sich das Land seiner Abhängigkeit vom Nachbarland Äthiopien bewusst ist, aus dem 85 Prozent des Wassers, das der Fluss nach Ägypten bringt, kommt, hat es dem Nachbarn in den 1990er-Jahren prophylaktisch mit einer Militärinvasion gedroht, falls diese sich entschließen sollten, einen Staudamm am Blauen Nil zu bauen.

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